Sonntag, 15. März 2009

Wartungsarbeiten

Gestern habe ich einen Wasserwechsel im Umfang von 50 l gemacht und heute brachte ich das gesamte Becken auf Hochglanz. Die Pumpen fördern nun wieder mit voller Leistung und auch der Abschäumer glänzt wieder.
Bei den Aufräumarbeiten entdecke ich die vermisste Lysmata in einem Filterschacht, was die Sternchenmuräne vom Verdackt der Völlerei entlastet:



Alles liegt für den Wasserwechsel bereit:
- 2 kg Salz (Reef Crystals)
- 50 l Osmosewasser
- 5 m Schlauch aus dem Gartenbedarf für das Absaugen des Wassers
- Tauchpumpe und 2 m Schlauch für das Einfüllen des Osmosewassers


Die Tauchpumpe wird etwa 30 Minuten als Mixer eingesetzt, bis sich das Wasser nach der Zugabe des Salzes vollständig geklärt hat:

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Sissi, die Sternchenmuräne, bekommt noch einen Anbau an Ihre Höhle, den Sie auch umgehend bezieht:
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Sonntag, 8. März 2009

Feuerfisch hat Ansprüche...

Der Feuerfisch wollte in der vergangenen Woche partout nicht essen. Krill, Muschelfleisch, Mysis, Stinten und andere Delikatessen wurden einfach verschmäht. Der unterschwellige Protest dahinter: Ich will lebende Fische! So kaufte ich am Samstag bei Xingu in Winterthur 7 kleine Süsswasserfische (2 Blackmollies und 5 Fische einer sehr kleinen Art, die ich nicht kenne).
Kaum waren die Fische im Becken, versammelten sie sich instinktiv zu einem Schwarm, um gegenüber den "Raubfischen" grösser zu erscheinen. Tatsächlich blieb es wohl dadurch auch bei Drohgebärden des Drückerfisches sowie der Doktoren. Einzelne lebende Kleinfische werden jeweils umgehend verschlingt.
Nur der Feuerfisch liess sich vom Schwarm nicht beeindrucken und kaum hatten sich die Süsswasserfische in einer Ecke versammelt, näherte er sich langsam, Millimeter um Millimeter, bis sein Maul unmittelbar vor einem der Fische platziert war. ....spannender als jeder Film! Und dann auf einmal....baaaaaaam....und weg war der Fisch!!!! Blitzschnell wie ein Augenschlag...und "da waren's nur noch 6".... Und so ging es dann weiter, bis alle der fünf kleinen Fische weg waren. Der Feuerfisch ging immer nach der selben Jagdtaktik vor: Langsame Annäherung (teilw. über 5 Minuten) und dann blitzschnell zuschnappen.
Die zwei etwas grösseren Blackmollys schienen das Interesse des Feuerfisches zwar ebenfalls auf sich zu ziehen aber er biss nicht einmal zu. Nach etwa einer halben Stunde hatten wir die Beobachtung aufgegeben, weil sich der Feuerfisch nun zurückzog.
Kurze Zeit später waren die beiden Blackmollys auch verschwunden. Wer war das? Dem Bauchumfang nach zu urteilen, stand die Sternchenmuräne zu oberst auf der Verdächtigenliste, zumal sie dann auch beim Abendessen keinen Hunger mehr zu haben schien. Ausserdem zeigte sie schon von Beginn der "Fütterung" an Interesse an den Süsswasserfischen. Aber beweisen kann man ihr natürlich nichts.
Die ganze Fütterung mit lebenden Fischen war ein unheimlich makaberes aber auch spannendes Spektakel. Das Experiment wird heute Abend wiederholt....kommt ja doch nix im TV :)

Dienstag, 3. März 2009

Feuerfisch

Entgegen aller Vernunft lasse ich mich vom Berater im Zoohaus Rüegg (Dietfurt) zum Kauf eines kleinen Feuerfisches (verm. Dendrochirus Zebra, etwa 8cm) überreden.
Der Feuerfisch ist ein wunderschönes Tier, welches aber mit Vorsicht zu behandeln ist. Seine Rückenstacheln sind mit einem giftigen Hautsekret versehen. Das Gift verursacht lokal extreme Schmerzen, teilweise mit Ausstrahlung auf die gesamte betroffene Extremität. Weitere Symptome sind lokale Schwellungen, Blasenbildung, Angstzustände, Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen, Dyspnoe, thorakale Schmerzen, abdominelle Schmerzen, Bewusstseinsstörungen, Bluthochdruck, Kollapszustände bis Synkopen, Rötung des Gesichtes, Kopfschmerzen, Desorientiertheit.
Trotz all dieser Gefahren (oder gerade deswegen...), kann ich der Versuchung nicht widerstehen. Die Anfütterung eines Feuerfisches in Gefangenschaft ist schwierig und nachdem ich nun zwei Tage erfolglos versucht habe mit Krill, Stinten und Sandgarnelen zu füttern, werde ich heute zu Massi gehen, um lebende Guppies zu kaufen. Das Internet gibt nicht besonders viel her zur Haltung von Feuerfischen aber mehrfach bestätigt sich die Praxis, diese Tiere mit lebenden Kleinfischen anzufüttern, um dann auf Frostfutter umzusteigen. Ich hoffe wirklich, dass der kleine überlebt.

Ein interessanter Bericht über Erfahrungen im Umgang mit Feuerfischen finde ich in einem Forum: http://www.aquariumadvice.com/forums/f28/lionfish-64190.html

Gemäss diesem Beitrag können Feuerfische Beutetiere verschlingen, die ähnliche Körpermasse aufweisen, wie der Feuerfisch selbst....ich habe etwas Angst um meine Nemos. Eindrücklich auch dieses Video einer Fütterung auf youtube: http://www.youtube.com/watch?v=jw0J9o8Niac



Thema Glasrosen erledigt

Vorgestern wollte ich meinem Vater die unbeliebten Glasrosen in meinem Becken zeigen und siehe da: Keine mehr da! Der Feilenfisch hat ganze Arbeit geleistet! Ich kann beim besten Willen keine Glasrose mehr finden.

Erfreulich auch, dass es dem Hawai-Doktor und dem Scopas wieder besser geht. Beide waren vermutungsweise mit Kiemenwürmern befallen und ich hatte sie schon fast abgeschrieben. Mittlerweile hat sich die Atmung wieder stabilisiert und die Haut zeigt auch keine Kratzspuren mehr.

Das Fuchsgesicht nimmt in der Nacht sonderbare Farben an:
Da mein Vater auch ein Meerwasserbecken hat, schneide ich ihm als Mitbringsel ein Stück von meiner Pilzlederkoralle heraus. Wir werden sehen, wie schnell bei meiner Koralle die Wunde wieder heilt und ob sich bei ihm aus dem ausgeschnittenen Stück eine eigenständige Koralle entwickelt.



Ausserdem gebe ich meinem Vater noch die Scherengarnele mit Antrag auf Asyl mit. Sie kann sich kaum noch auf den Beinen halten, weil die andere Scherengarnele ihr so ziemlich alle Extremitäten abgeschnitten hat.

Montag, 16. Februar 2009

Feilenfisch vs. Glasrosen

Bisher habe ich der Vermehrung von Glasrosen in meinem Becken zu wenig Beachtung geschenkt aber mittlerweise sehe ich auffallend viele und vor allem junge Exemplare in meinem Becken. Damit die Glasrosen nicht zu einer Plage werden, kaufe ich bei Massi einen Feilenfisch, auf dessen Speiseplan solch kleine Anemonenarten ganz oben stehen. Sollte sich der Feilenfisch mit der Zeit auch an den grösseren Anemonen vergreiffen, könnte ich ihn immer noch an Massi zurückgeben.

Der Feilenfisch kann übrigens seine Farbe der Umgebung anpassen, so dass ich es beinahe übersehen hätte, dass er kurz nach dem Einsetzen meine Korallen anknabberte:


Sternchenmuräne

Das Aquaristikgeschäft Seacorner in Rupperswil (seacorner.ch) musste aus privaten Gründen vom Inhaber geschlossen werden. Im Rahmen der Liquidation wurde der gesamte Fisch- und Korallenbestand zu 50 % des Verkaufspreises abgegeben. Dem Inhaber war es ein Anliegen, dass seine Sternchenmuräne (ca. 30 cm) an einen Halter mit Erfahrung im Umgang mit Muränen gelangt.

Als mein Vater mir von dieser Liquidation erzählte, fuhr ich gleich in der Woche darauf nach Rupperswil und tatsächlich war die Muräne als beinahe letztes Tier noch im leergeräumten Geschäft. Nach einem kurzen Gespräch mit der Verkäuferin, entschied ich, mich der Muräne anzunehmen.

Die Sternchenmuräne (engl.: snowflake moray) mit ihrer einzigartigen Zeichnung:




Bereits kurz nach dem Einsetzen frisst die Muräne bereits eine Stinte und zieht selbstbewusst ihre Erkundungsrunden durch das Aquarium:


Mir ist noch ein Schnappschuss der ersten Begegnung zwischen der neuen Sternchenmuräne und der "alteingesessenen" Nasenmuräne gelungen. Kaum hatten sich die zwei das erste Mal gesehen, begann ein wilder Tanz, gerade so, als wollten sich beide beeindrucken. Zudem "küssten" sich die beiden noch mit den Mundspitzen....mir blieb dabei natürlich der Atem stecken, weil ich schon von Revierkämpfen zwischen Muränen gelesen habe.



Auffallend ist, dass die Sternchenmuräne immer mit Einzug der Aquariennacht im künstlichen Mondlicht ihre Runden durch das Aquarium schwimmt. Sie reagiert dabei auch nicht auf eine Futtergabe, so dass sie damit vermutlich kein Jagdverhalten zeigt. Ich kann mich kaum satt sehen ab diesem Schauspiel. Es scheint auch, dass die Nasenmuräne nach dem Zuzug der Sternchenmuräne viel aktiver geworden ist und sich vermehrt in ihrer ganzen Schönheit ausserhalb der Höhle zeigt.


Leider hat die Nasenmuräne seit dem Einsetzen der Sternchenmuräne kein einziges Mal mehr gefressen. Hoffentlich handelt es sich nur um eine vorübergehende Futterverweigerung, wie sie für Muränen nicht ungewöhnlich ist. Die Fütterung der Nasenmuräne erweist sich auch zunehmend schwieriger, weil der Drückerfisch und der Palettendoktor mittlerweile begriffen haben, dass irgendwie oberhalb der Muränenhöhle immer eine Zange feines Futter in's Becken bringt. Wenn ich also ausserhalb des Beckens nur schon die Futterzange in die Hand nehme, bringen sich die beiden Fressneider bereits vor dem Höhleneingang in Position. Ich muss mir jedes Mal neue Ablenkungsmanöver einfallen lassen und bald einmal kennen sie diese auch auswendig.
Im Übrigen kann ich zur Sternchenmuräne sagen, dass sie sich seit einer Woche nun problemlos halten lässt. Sie frisst ein bis zwei Stinten pro Tag und Übergriffe auf andere Beckenbewohner blieben bis anhin aus.



Samstag, 14. Februar 2009

Update...

Ein generelles Update über mein Becken ist längst überfällig:

Die Korallen sind gefrässig und wachsen stetig. Ein gutes Beispiel dazu gibt die fleischige Fungia ab:





Allgemein kann gesagt werden, dass die gesamte Vegetation sich sehr gut von der Dinoflagellaten-Plage erholt hat. Einzig der Hawai-Doktor und der Scopas sind offenbar von Kiemenwürmern befallen (Schnelle Atmung, Abspreizen der Kiemen, Kratzspuren, etc.). Die Heilungschancen sind aus Erfahrung sehr gering.

Die Wasserwerte liegen trotz des mittlerweilen relativ grossen Bestandes immer noch im grünen Bereich (Nitrat 10, Nitrit 0, Phosphat n.n., Calcium 490...etwas hoch). Der erste Wasserwechsel von rund 10% letzten Monat verlief problemlos. Ich werde -sofern es die Wasserwerte erlauben- jeweils einen Wasserwechsel alle acht Wochen vornehmen. Mir ist völlig klar, dass ich damit eigentlich zu wenig Wasser wechsle aber solange das Becken so gut läuft und die Wasserwerte stabil bleiben, sehe ich für mich keinen Grund den Intervall zu erhöhen.....um ihn dann immer wieder mangels Zeit und Lust nicht einzuhalten.


Nachstehend eine Gesamtansicht des Beckens:







Der Drückerfisch hat sich als liebenswerter Geselle im Aquarium erwiesen. Nur zur Essenszeit wird er jeweils etwas gierig:



Ein bekanntes aber selten zu beobachtendes Verhalten ist die Vergesellung von Muränen und Drückerfischen. Bei mir teilt sich dieses ungleiche Paar tatsächlich die Höhle und nebst kleineren Zänkereien (...soll's ja geben...) herrscht Harmonie pur.





Die Anemone nimmt zuweilen sonderbare Formen an:




Das "Pärchen" Scherengarnelen hat sich -entgegen der Behauptung des Verkäufers- als gefestigte Feindschaft erwiesen. Die Kleinere der beiden wird regelrecht von der Grösseren attackiert und teilweise auch arg verletzt....insb. die Scheren werden gerne abgeschnitten.





Ich habe noch ein kleines Fuchsgesicht gekauft. Fuchsgesichter haben Giftstacheln auf der Rückenflosse, die sie zur Verteidigung aufstellen und gegen den Feind richten können. Beim Hantieren im Aquarium ist also eine gesunde Vorsicht angebracht.



Die zwei Nemos sind das aquaristische Sorglospaket schlechthin. Nur wenn sie wieder einmal Nachwuchs haben, sind sie gegenüber Passanten etwas gewehrig. Nachstehend ein Bild, welches direkt während des Ablaichens entstand:





Der Chelmon Rostratus verschwand direkt nach dem Einsetzen auf Nimmerwiedersehen. ...eine ähnlich attraktive Geldanlage, wie Bankaktien im letzten Jahr.