Dienstag, 29. Juni 2010

Aller Anfang ist -einmal mehr- schwer...

Die ersten vier Tage nach dem Schlüpfen und nach der Übersiedlung in das grosse Becken haben sich die Nauplien prächtig entwickelt, waren zackig unterwegs und schienen sich, den Verdauungsfäden nach zu urteilen, auch zu ernähren. Am Tag Fünf nach der Übersiedlung fiel mir erstmals am Morgen auf, dass die Nauplien etwas langsamer unterwegs sind....liegt es an der Temperatur...oder gar am Sauerstoff? Am Tag Sieben sind auf einen Schlag nur noch etwa 20 % der Jungartemien am leben und während der nächsten drei Tage sollten schliesslich alle eingehen.
Also mal so viel zu Zuchtanleitungen im Sinne von: "Wasser, Salz, Luftpumpe und Futter und schon gibt's haufenweise Artemias". Forget it. Stundenweise durchkämme ich das Internet nach brauchbaren Zuchtanleitungen aber alle scheinen aus dem selben Horn zu blasen...und bei den meisten wird das Massensterben nach rund einer Woche als "halt normal" hingenommen... Nur ein kurzer Bericht aus Deutschland scheint etwas fundierter zu sein: http://www.lebendfutter-zucht.de/ausruestung1.html
Der Autor setzt sich mit dem Phänomen des Massensterbens auseinander und mutmasst, dass es den Artemien an richtigen Bakterien bzw. richtigem Futter fehlt. Was mir gefällt, ist sein Ansatz, dass man doch eigentlich versuchen sollte, die natürliche Umgebung der Artemien möglichst getreu nachzubilden. In einem Forum stosse ich zudem auf einen Erklärungsversuch, der den Nitrit-Peak (Anstieg von schädlichem Nitrit bei Neuansetzung eines Aquariums, der aber zum Einfahren des Stoffwechselkreislaufs dazu gehört) als Ursache für das Massensterben in's Zentrum stellt. Dem entgegen steht Massi's Aussage, dass Artemias seiner Erfahrung nach relativ Nitrit-resistent sind.
Der kleinste gemeinsame Nenner für all diese Mutmassungen würde sich doch eigentlich relativ einfach umsetzen lassen:
Die natürliche Umgebung von Artemias in einem Aquarium "nachbauen", das Becken schön einfahren lassen, damit sich alle für die Aufzucht notwendigen Algen und Bakterien bilden, und schlussendlich die Nauplien einsetzen.
So mach ich's! Als erstes bei der Natur die Umgebungsparameter abschauen...wo gibt es den Artemia in der Natur? Gemäss Wikipedia ist eines der weltgrössten Artemiavorkommen in den Salzseen in Utah (USA). Das Utah Water Science Center hat eine Website mit Informationen über verschiedene Wasserparameter (Temperatur, Salinität, PH-Wert, Planktonvorkommen, etc.) dieser Salzseen. Bsp.:
Detritus (Faulresten) scheinen dieser Website nach die Grundlage für die Entstehung von Bakterien und Plankton zu sein, welche wiederum zusammen die Hauptnahrung der Artemia-Nauplien bilden. Also offenbar braucht es einen Detritus-haltigen Bodengrund, der zusammen mit einer Planktonkultur die Basis für die gesamte Aufzuchtumgebung darstellt. Warum also sehen breitgestreute Aufzuchtanleitungen reines Salzwasser vor, das lediglich mit Aufzuchtfutter angereichert wird? ...das entbehrt sich völlig den realen Aufwuchsbedingungen von Artemien. Wir kaufen ja auch keine Doktorfische und setzen sie in frisch angesetztes Salzwasser...
Ich brauche also eingefahrenes Salzwasser, das bereits Bakterien enthält, Detritus und eine Starterkultur für Phytoplankton. Salzwasser und Detritus sauge ich problemlos aus meinem Meerwasser-Aquarium ab. Zusammen mit etwas eingefahrenem Sand bilde ich so den stark detritus-haltigen Bodengrund im kleinen Aufzuchtbecken (30 % Mulm/Detritus, 70 % Sand, zusammen etwa 5mm hoher Bodengrund). Ich gebe noch ein paar grössere Algen aus den Filterkästen meines grossen Aquariums in das Aufzuchtbecken, um dort allfällig auftauchendes Nitrat zu verstoffwechseln. Mit Belüftung lasse ich das Becken so eine Woche laufen. Eingefahren sind ja eigentlich alle Komponente, so dass es nicht erstaunt, dass Nitrit und Nitrat auch nach dieser Woche auf Null sind. Im Übrigen hat sich bereits ein feiner hellgrüner Algenteppich auf dem Beckengrund gebildet. Massi gibt mir noch ein vielversprechender Tipp: Um Phytoplankton zu erzeugen, soll ich direkt Artemia-Trockeneier in's Aufzuchtbecken geben, weil an diesen Eiern offenbar Planktonspuren aus dem natürlichen Habitat haften und im Wasser wieder zum Leben erweckt werden können. Leider kam dieser Tipp etwas spät, weil ich heute bereits die ersten, frisch-geschlüpften Nauplien wieder in das Aufzuchtbecken überführt habe. Besser wäre es also, die Nauplien nicht in einem separaten Behälter schlüpfen zu lassen, sondern einfach die Eier direkt in's Aufzuchtbecken zu geben...also wieder sehr nahe der Natur.
Auf jeden Fall, lasse ich meinen "Natur"-Versuch jetzt mal laufen...gegen Ende Woche wird's voraussichtlich wieder spannend.

Freitag, 18. Juni 2010

Artemia "Zucht"

Artemia sind eine Art Uhrzeitkrebse und dienen in der Aquaristik als hochwertige Nahrung für die Beckenbewohner. Üblicherweise werden Artemia gefroren gekauft, aufgetaut und dann verfüttert. Warum nicht selber züchten? Das tönt interessant, macht ökonomisch Sinn und freut die Fische...es gibt nichts besseres als Lebendfutter.
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Eine Recherche auf verschiedenen Websites ergibt folgendes Inventar, das für eine Aufzucht nötig ist:

- Artemia Eier
- Salz (ohne Jod, Trennmittel, etc.) ...idealerweise Meersalz für Aquarium
- Osmosewasser (ev. Leitungswasser, falls chlorarm)
- Hobby Schlüpfschale
- Aufzuchtbecken
- Belüftung (Pumpe, Schlauch, Ausströmer)
- Belichtung
- Futter

Ich kaufe für rund 25.- ein Aufzuchtbecken aus Plastik, samt Gitterabdeckung mit Futterlucke und Schlaucheinlass. Die Abdeckung ist wichtig, damit -vor allem jetzt im Sommer- nicht ständig Insekten in's Wasser fallen und dieses unnötig belasten. Die Luftpumpe von OBI für 9.- mit Schlauch und Ausströmer, Meerwassersalz sowie Osmosewasser habe ich bereits. Die Hobby-Aufzuchtschale habe ich ebenfalls von einem früheren Versuch. Im Baumarkt kaufe ich noch eine Clip-Lampe und Artemia Eier sowie Aufzuchtfutter ist im Grundsortiment jedes grösseren Aquaristikfachgeschäfts. Insgesamt für aquaristische Belange ein relativ günstiges Experiment.

1. Nauplien ("Baby-Artemias") schlüpfen lassen

Zu besagtem Zweck verwende ich die Hobby-Schlüpfschale. Es handelt sich hierbei um einen schliessbaren, schalenförmigen Behälter von etwa 25cm Durchmesser, der nur in der Mitte nach oben eine kreisrunde Öffnung von rund 3cm Durchmesser aufweist:
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Das Innenleben der Schale besteht aus Kammern, die mit lichtdurchlässigen Wänden getrennt und abwechslungsweise oben bzw. unten nicht an das Dach bzw. den Boden der Schale anschliessen, so dass eine Öffnung in die jeweils angrenzende Kammer entsteht:
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Die Schale wird bis zur vorgegebenen Markierung mit Salzwasser gefüllt (Salinität mind. 35), so dass alle Kammern geflutet sind. Danach gibt man eine Messerspitze Artemia-Eier gleichmässig verteilt in die äusserste Kammer, verschliesst die Schale und platziert sie optimalerweise unter einer Lichtquelle (Fenster od. Lampe).

Was passiert jetzt: Sobald die Artemiaeier mit Wasser in Berührung kommen, schlüpfen daraus nach rund 24 h die Nauplien...ein Wunder der Natur. Instinktiv bewegen sich die Nauplien in Richtung des Lichts, das von der Mitte der Schale aus durch die lichtdurchlässigen Trennwände bis in die äusserste Schale durchdringt. Auf ihrem Weg zur Mitte der Schale müssen die Nauplien, wie bei einem Hindernissparcour, abwechslungsweise oben und unten die Öffnungen zur jeweils nächsten Kammer durchqueren. Diese Schikane bezweckt, dass die frisch geschlüpften Nauplien von den Eierschalen getrennt werden. Sind die Nauplien nach ihrer ersten Reise in der Mitte angekommen, kann man sie bequem mittels passendem Sieb abfischen und in ein Aufzuchtbecken geben, bzw. verfüttern. Bei Nauplien handelt es sich im Wesentlichen um kleine zuckende Punkte, die für die Fütterung von ausgewachsenen Fischen kaum geeignet sind (Bei Fischaufzuchten, sieht es natürlich anders aus).
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2. Artemia aufziehen

Dieser Teil der Zucht scheint, so haben bisherige Versuche gezeigt, etwas schwieriger zu sein. Das Aufzuchtbecken fasst in meinem Fall rund 7 Liter Wasser. Genau so, wie bei einem Wasserwechsel im Aquarium, setze ich Meerwasser mit Salinität von rund 34 an und gebe es in das Becken. Der Schlauch von der Luftpumpe kann bequem durch die dafür vorgesehene Öffnung in der Abdeckung in das Becken eingelassen werden. Als Ausströmer verwende ich eine Nadel aus dem medizinischen Bedarf...Ausströmersteine sind anscheinend nur bedingt geeignet, weil sich die Nauplien darin verfangen könnten (...ob das wirklich stimmt...).
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Die Einrichtung platziere ich am Fenster, so dass nebst der künstlichen Lichtquelle auch Tageslicht eindringen kann. Künstlich wird 24 h belichtet, was -der aquaristischen Literatur nach- optimal ist....entsprechend bietet sich eine Sparlampe an. Die Temperatur im Becken sollte 20 °C nicht unterschreiten...in der Wohnung üblicherweise ja kein Problem.
Ja und so sieht das dann aus:
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Seit dem ich die Nauplien aus der Schlüpf-Schale in das Aufzuchtbecken gegeben habe ist nunmehr eine Woche vergangen. Aus nur einer Messerspitze sind hunderte von Nauplien geschlüpft... unglaublich. Nach einer Woche sind sie jetzt dem unten aufgeführten Lebenszyklus nach etwa in Phase zwei; D.h. die zwei Schwimmarme werden langsam durch die Beinchen abgelöst:
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Momentan läuft die Aufzucht super. Ich füttere mit Mikrozell, ein sgrünes sehr feines Pulver zur Aufzucht von Artemia. Ich löse das Futter vorab in Wasser auf und filtere es nochmals durch ein Artemia-Sieb, damit wirklich nur die kleinsten Partikel in's Aufzuchtbecken kommen. Offenbar würde sich auf normale Hefe aus der Lebensmittelabteilung als Futter eignen. Mein Becken ist wirklich voll von Artemia-Babys (pro cm3 etwa 3 Stück) und so gebe ich täglich eine Messerspitze Futter zu und warte mit der nächsten Fütterung, bis das Wasser wieder vollständig "klar-gefressen" ist. 3 Tage nach dem Einsetzen der Nauplien bemerkte ich, dass das Wasser, welches zu diesem Zeitpunkt schon bereits während 5 Tagen unter sehr spärlicher Belüftung angesetzt war, zu riechen begann. Sofort wechselte ich 2/3 des Wassers. Wichtig hierbei ist, dass natürlich das Wasser durch ein Sieb abgesogen wird, damit nicht Nauplien versehentlich im Abfluss landen.
So, mal schauen, wie's weiter geht....man soll den Tag ja nicht vor dem Abend loben und offenbar ist es durchaus üblich, dass rund 90 % der Nauplien nicht durchkommen...we will see.

Montag, 12. April 2010

Hoher Besuch...

Am Samstag gehe ich zu Massi, um mir ein neues Temperaturanzeigegerät zu kaufen...mehr nicht,...nehme ich mir vor. Auch am Postomat fahre ich eisern vorbei, wohlwissend, dass Massi keine EC- oder Postkarten-Zahlungsmöglichkeit anbietet und so mein Budget auf mein Bargeld von 100.- im Portmone beschränkt sein würde.

Digitalmesser musste ich schon zwei abschreiben, so dass ich mich nun für einen Thermometer nach dem klassischen Fiebermesserprinzip entscheide (Kosten CHF 3.90). Beinahe wäre ich besten finanziellen Gewissens nach Hause gefahren, hätte mein Blickfeld nicht noch ein wohlgenährter zutraulicher Chelmon Rostratus (Pinzettenfisch) gekreuzt. Die Schönheit dieses Fisches spricht für sich und mit einem trockenen "Topfit, schon seit 8 Wochen da und frisst....für 100.- kannst ihn haben" ist der Kauf besiegelt.

Der wunderschöne Chelmon Rostratus:


















Über Ostern habe ich noch 120 Liter Wasser gewechselt und seither scheinen sich an wenigen Stellen im Becken winzigkleine büschelartige graue Algen zu bilden...ob das wohl mit dem Wasser zu tun hat? Mal schauen, wie sich das entwickelt

Heute messe ich Nitrat und bin positiv überrascht: 10 mg/l

Trotz oder gerade wegen dieses guten Wertes soll der Bestand nicht mehr steigen.

Vor Ostern kam noch Andreas (http://www.andreas-horvath.ch/) vorbei, um mein Becken einmal live zu betrachten. Er hatte mich damals mit seinem Blog massgeblich für die Aquaristik begeistern können, so dass wir nun unsere Becken einmal gegenseitig begutachten konnten. Als Mitbringsel schenkt er mir noch eine Echinopera Lamellosa, die nun einen Ehrenplatz in der Mitte des Blickfelds im Aquarium bekommen hat...ist ja auch wirklich ein schönes Ding:
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Dienstag, 16. März 2010

Fungia-Dollar



Viel Neues gibt es ja eigentlich gar nicht zu erzählen, weil ich dem Becken noch immer viel Ruhe gönne und selbst Wasserwechsel auf ein Minimum (alle 6 - 8 Wochen) beschränke. Die Algen gingen deutlich zurück und es ist absehbar, dass das Becken in ein paar Wochen algenfrei sein wird. Letzte Woche treibt mich der Feilenfisch zum Wahn, weil er sich im Filterkasten eingenistet hat und partout nicht von der Stelle weichen will. Selbst den Attacken der Futterzange begegnet er mit stoischer Gelassenheit und lässt sich nicht aus dem Kasten treiben. Schlussendlich muss ich ihn mit dem Küchensieb rausangeln. Der Kleine scheint dann aber froh über seine Befreiung zu sein, schwimmt übermütig im Becken umher und knabbert eifrig an den lebenden Steinen.

Massi kann es nicht lassen und bezahlt mich für meine rechtlichen Bemühungen in eigener Sache mit der unter Aquarianern beliebten Münz-Währung "Fungia-Dollar":


...glücklicherweise entwickelt sich meine eigene totgeglaubte Fungia zur Geldmaschine und produziert fleissig kleine Fungia-Dollars. Leider wachsen die kleinen nur sehr langsam:

Sonntag, 24. Januar 2010

Ein Zebra und Gift im Wohnzimmer...

Das Aquarium meines Vaters läuft hervorragend: Die Fische sind gesund, die Korallen gedeihen oder vermehren sich gar und die Wasserwerte sind stabil. Er hatte sich letztes Jahr nach und nach drei winzige Doktoren gekauft, die jetzt gut viermal so gross sind, so dass die Beckengrösse nicht mehr angemessen erscheint. Er entscheidet sich deshalb, mir einen Zebrasoma Veliferum zu überlassen, bis er ein grösseres Becken haben wird. Mir kommt dies sehr entgegen, weil ich ohnehin noch einen weiteren Fadenalgenfresser gebrauchen kann und mir der Zebrasoma auch äusserlich gut gefällt.

Das Einfangen mit der Vakuumglocke klappt überraschend gut und kaum ist der Zebra bei mir im Becken eingesetzt, beteiligt er sich auch schon energisch an der Fütterung. Der Hawaii-Doktor attackiert den Neuzugang anfangs mit seinem Schwanzskalpell, aber der Zebra bleibt davon weitgehend unbeeindruckt und rückt jeweils einfach ein bisschen zur Seite, ohne aber einen Gegenangriff zu starten. Er scheint sich soweit allgemein ganz wohl zu fühlen bei mir...immerhin guckt er mir jetzt gerade neugierig beim Schreiben dieser Zeilen zu...und das nach nur vier Stunden im Becken...ein witziges Kerlchen:
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Die Zähne der Nasenmuräne sind hier zu erkennen:
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Auch einer Scheibenanemone sei hier wieder einmal etwas Aufmerksamkeit gegönnt, kürt sie doch das Entrée der Muränenhöhle:
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Krustenanemonen der Gattung Palythoa beinhalten das Gift Palytoxin, eines der tödlichsten Gifte, die in der Natur überhaupt vorkommen. Bereits kleinste Mengen sind innert Minuten tödlich. In Hawaii wurden früher Speerspitzen mit Palytoxin aus Krustenanomenen benetzt, um damit den Feind auszuschalten. Weil getroffene Gegner aber derart an den Qualen litten, sah man mit der Zeit von dieser Technik ab.
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Im Aquarium sollte man diese Tiere niemals mit blossen Händen berühren, solange man nicht ausschliessen kann, dass man keinerlei offene Stellen an Händen oder Unterarmen hat, seien sie auch noch so klein.
Akte 05/40 brachte schon eine TV-Reportage mit dem Titel "Gift im Wohnzimmer" über exakt dieses Thema. Unter diesem Link finden sich auch die nachfolgenden Zeilen eines Erfahrungsberichts:
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"Ich habe Bekanntschaft mit der Kruste gemacht. Habe sie bei Atoll - Aquaristik auf einem Stein mit einer Seescheide erworben. Norbert sagte; das die Seescheide im Becken nicht haltbar ist. So wars dann auch nach ein paar Wochen. Da mir der Stein auch zu groß war nahm ich ihn Sonntags gegen 18°° Uhr herraus, und klopfte mit dem Hammer drauf. Beim dritten Schlag sprang er auseinander, und ich rutschte mit dem linken Daumen ab und Schnitt mich. Dabei rutschte ich mit der offenen Wunde über die Kruste. Nachts gegen drei Uhr mußte ich auf Toilette und hatte leichte Schmerzen. Gegen 7³° Uhr war das Handgelenk halb Steif. 10°° Uhr ab ins Krankenhaus nach Bergisch - Gladbach. Nach kurzer Erklärung wurde ich innerhalb von 20 minuten Ambulant operiert. Neuer Termin einen Tag später 15°° Uhr bei einem Orthopädischen - Dr. Trotz Medikmente; Schmerzen wurden immer Schlimmer, der linke Arm war Steif bis am Oberarm. Der Daumen war an der Unterseite - Schwarz, es wurde zu wenig weg geschnitten. Als der Orthopädische - Dr. den Verband abnahm ging der Alarm los. Ich bekam ohne eine Erklärung drei Spritzen, mir wurde eine Schiene angelegt und eine Einweisung ins Klinikum - Leverkusen.
Der Dr. hat gesagt:"das in ca.5 Stunden der Tod eingetreten wäre, weiterhin kann es sein, das man Ihnen die Hand abnehmen muss." Im Klinikum - Leverkusen angekommen ging auch da alles sehr schnell. Der Erste und zweite Doktor waren vor einem Rätsel.
Der dritte Doktor hatte mal Bekanntschaft mit einem Schwertfisch gemacht und sagte; so schnell schneide ich keine Hand ab. Einweisung in die Klinik, da war ich 8.Tage am Tropf um den Körper zu entgiften. Am 9.Tag dann die zweite Operation wo der halbe Daumen gechält wurde. Nach 14.Tagen Entlassung aus dem Klinikum....
Heute nach zwei Jahren kann ich den Daumen trotz Bewegungstherapie noch nicht richtig Bewegen. Mein Becken steht Toi Toi Toi gut. Ich habe nicht wegen den Krusten abgebaut, sie nur vernichtet. Es gibt ja viel schönere.
Übrigens habe ich besagte kruste mit der anderen Hand gerieben, ( aber ohne offene Wunde ) nichts ist passiert. Gebt bloß nicht das schöne Hobby wegen einer Kruste auf.
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Die giftige Krustenanemonen der Gattung Palythoa:
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Der Nemo 2 wird mit seinem grösseren Artgenossen nicht wirklich warm und zieht kurzerhand in die höher gelegene Siedlung von Scheibenanemonen, um dort sein Einsiedlerdasein zu fristen:



Der Feilenfisch ist der Glasrosenfresser schlechthin und hat deshalb auch Einzug in mein Becken gefunden. Er passt seine Körperfarbe immer blitzschnell der Umgebung an:



Der Putzerfisch (Labroides dimidiatus) wird immer grösser. Ich frage mich auch, woher die rote Färbung in der Körpermitte kommt...hängt das mit der Nahrung zusammen?



Die Krustenanemonen gehören vermutlich zur ungiftigen Gattung Zoanthus...und sehen wirklich hübsch aus:


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Der Hawaii-Doktor fühlt sich um seine Vormachtstellung im Becken betrogen:

Freitag, 15. Januar 2010

Neue Wasseraufbereitung...

Ein kleines Update zur Entwicklung meines Aquariums ist längst überfällig. Tatsächlich gibt es dagegen keine grossen Neuerungen. Immerhin war es meine Absicht, dem Becken viel Ruhe zu gönnen, so dass es sich von den Turbulenzen erholen kann. Ich hatte auch lange auf weitere Wasserwechsel verzichtet, damit sich wieder genug Bakterien entwickeln und eine funktionierende Biologie einstellen konnte.

Vor einer Woche habe ich erstmals wieder einen Wasserwechsel mit 120 Liter Osmosewasser gemacht, um Algen abzusaugen und wieder Spurenelemente zuzufügen.

Die Wasserwerte zeigen, vor und eine Woche nach dem Wasserwechsel die gleichen Werte:

Nitrat: 5 mg/l

Nitrit: Nicht nachweisbar

Ammonium/Ammoniak: Nicht nachweisbar

Phosphat: 0.03 mg/l

Salinität: 34

Calcium: 480 mg/l

Die Werte zeigen, dass nun der Stoffwechselkreislauf wieder intakt ist. Nach und nach ziehen sich auch die Algen zurück. Neulich habe ich gar eine junge Schnecke (sogar mit Häuschen) die Scheibe hochkriechen gesehen und auch meine Korallen wachsen im Moment wie verrückt. Übrigens setze ich seit etwa zwei Monaten das Produkt Easy-Life (Flüssiges Filtermedium, Mineralien) ein und irgendwie habe ich das Gefühlt, dass seit dann das Becken nochmals einen Sprung nach vorne gemacht hat.

Das Gäste-WC wurde weitgehend in ein Wasseraufbereitungsraum umfunktioniert. Dabei habe ich das 120-Liter-Fass dort permanent installiert und die gesamte Osmoseanlage liegt im Fass drin, so dass ein Leck bei den Schlauchklemmen vermutlich keine Überschwemmung verursachen würde. Natürlich habe ich an der Oberkannte des Fasses noch einen Abflussschlauch eingelassen und mit Silikon verklebt. Die Verbindungsstelle zwischen Wasserhahn und dem Schlauch zur Osmoseanlage ist im Übrigen durch ein dickeres, gebogenes Rohr geschützt, so dass auch hier das Wasser bei einem Defekt der Verbundstelle eigentlich seinen Weg in den Abfluss finden sollte. ...ja und an Murphys Law denken wir jetzt mal nicht.



Die Anemone füttere ich wöchentlich mit einem kleinen Stück Krill oder Muschelfleisch und sie dankt es mir mit Wachstum:



Noch immer ist ein feiner Algenbelag deutlich erkennbar:


Die Teppichanemone pflügt sich ihren Weg durch den Sand:


Die Sternchenmuräe einmal mehr zu Gast bei der Nasenmuräne. Ich konnte heute erstmals beobachten, dass die Sternchenmuräne ihre körperliche Überlegenheit ausspielte und bei der Fütterung die Nasenmuräne mit einem seitlichen Kopfputsch wegschubste...fast gerade so, wie es jeweils die Kühe auch tun.

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Messung des Nitratwerts:


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Freude herrscht: Nachdem sich die Anemone bereits zwei mal teilte und die Ableger bei Massi versilbert wurden, scheint jetzt auch die totgeglaubte Fungia wieder kleine Ableger zu produzieren...ja da reibt sich der kapitalistisch geprägte Schweizer die Hände:


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Gesamtansicht des Beckens:

Sonntag, 20. Dezember 2009

Renovatio II

Das zweite Grounding (vgl. letzter Beitrag) hat mich stark getroffen und ich habe lange über eine Auflösung des Beckens nachgedacht. Das Becken trübte sich damals über Nacht und am Morgen waren viele Tiere schon tot oder gerade am eingehen. Wieder mischte ich sofort frisches Meerwasser an und evakuierte, was ich konnte. Massi nahm sich den überlebenden Tieren an, so dass sich mein Becken in aller Ruhe erholen konnte. Vier Tage lang roch es in meiner Wohnung nach Ammoniak (riecht wie Chlor), weil so ziemlich alles Leben im Becken abgestorben war. Trügerischerweise lag der Nitratwert bei Null, was wohl mehr als Zeichen für das Fehlen von denitrifizierenden Bakterien steht. Grosszüge Wasserwechsel und eine zweiwöchige Pause brachten wieder etwas Stabilität. Als vorläufige Ursache für beide Groundings ist die Zugabe von Wodka anzusehen, welche offenbar in Kombination mit meinen diversen Filtermedien ein nicht zu erwartendes aussergewöhnlich hohes Bakterienwachstum und damit einhergehend einen Saurstoffmangel auslöste. Beim ersten Grounding deutete alles darauf hin, dass die Seegurke abgelaicht hatte, was jetzt wieder in Frage gestellt werden muss. Heute habe ich sämtliche Filtermedien entfernt und dafür noch mehr Lebendgestein eingesetzt.

Mittlerweile sind die Tiere wieder im Becken. Zudem erstand ich noch einen Hawai-Doktor gegen die Algen sowie einen Feilenfisch gegen den Glasrosenbefall. Der Tierbestand gestaltet sich derzeit wie folgt:

- Kleiner Hawaidoktor
- Zwei Amphiprion Ocellaris
- Kleiner Putzerlippfisch
- Sternchenmuräne
- Nasenmuräne
- Feilenfisch
- Fünf Einsiedler

Vorläufig werde ich es bei diesem Bestand belassen. Ich mache derzeit keine Wasserwechsel mehr, um dem Becken Zeit für die Erholung zu geben.

Becken rechts:
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Becken links:


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Amphiprion Ocellaris:
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Nasenmuräne:
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Störender Algenbefall:
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Hawai-Doktor:
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Sternchenmuräne:

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Schwamm:

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Röhrenkoralle:
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